Wir alle haben sie, doch erst seit kurzer Zeit sind sie in aller Munde – die Faszien. Sie durchziehen unseren gesamten Körper und haben wichtige Funktionen. Läuft mit dem Gewebe nicht alles rund, kann sich das durch Schmerzen, Verspannungen und anderen Beschwerden äußern. Yoga gibt uns die Möglichkeit die Faszien zu trainieren und dem entgegen zu wirken.

Unser Bindegewebe, die Sehnen und Bänder sind die sogenannten Faszien, die in unserem ganzen Körper vorhanden sind. Sie halten uns beweglich, geben uns Struktur, durchziehen unseren Körper wie ein Gitternetz. Sie verbinden Sehnen, Muskeln, Knochen, Bänder und Nerven miteinander. Die Faszien bestehen aus Kollagen, Elastan, Zellen und jeder Menge Wassermolekülen. Das wichtige Fasziengewebe hat verschiedene Funktionen: Es verbindt das Gewebe, hat einen Einfluss auf den Stoffwechsel, kann Wasser speichern, Informationen weiterleiten und Energie speichern.

Durch Bewegungsmangel, Fehlbelastung, Stress oder ungünstige Bewegung sowie Ernährung können die Faszien ungeschmeidig werden. Das hat Folgen auf den ganzen Körper. Sind unsere Faszien verklebt und unelastisch kann sich das mit Rückenschmerzen, Verspannungen, Verhärtungen und Steifheit bemerkbar machen. Auch Bauch- und Kopfschmerzen können Ursache für ein verdicktes Fasziengewebe sein. Zudem sind schwache Faszien- und Bindegewebe durch Dellen an den Beinen und Oberschenkeln sichtbar.

Mit Mobilisierung und Dehnung kann das Gewebe wieder trainiert und beweglich werden. Blockaden werden gelöst und die Schmerzen lassen nach. Eine wunderbare Möglichkeit ist mit gezielten Yogaübungen die Faszien zu trainieren. Zudem wirkt Yoga entspannend und baut Stress ab. Außerdem werden Sie merken, dass sich durch eine regelmäßige Yogapraxis Ihr Ernährungsverhalten positiv verändern wird.

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Buchtipp: Faszien-Yoga: Dehnen, entspannen, vitalisieren: Mit Yin- und Power-Yoga von Tasja Walther und Johanna Piglas, erschienen beim Trias Verlag, finden Sie ausführliche Informationen zu den Faszien, Yoga und zahlreiche Übungen. Durch Faszien-Yoga wird Ihr Körper gelöst und entspannt, Ihr Geist beschwingt und frei. Faszien stabilisieren und formen unseren Körper und brauchen, genau wie Muskeln, regelmäßige Bewegung. Faszien-Yoga löst tiefste Verspannungen, regeneriert und strafft Ihr Bindegewebe. Und die verblüffend einfachen Variationen klassischer Asanas aus dem Yin-Yoga und dem Power-Yoga bringen Abwechslung in Ihre Übungspraxis.

  • Vielfalt für die Praxis: Über 200 FaszienPLUS-Variationen bekannter Asana.
  • Faszinierende Einblicke: Grafiken erklären und zeigen die beim Üben angesprochenen Faszienketten.
  • Spezifische Faszienprogramme: 7 abgestimmte Yoga-Flows für Rücken, Nacken, Entspannung und mehr – alle auch auf DVD.

Hier stellen wir fünf Faszien-Yoga Übungen aus dem Buch vor:

Üben Sie zuallererst 3 bis 5 Runden den Sonnengruß um den Körper aufzuwärmen. Dann führen Sie die Faszien-Yoga-Übungen nacheinander durch. Bleiben Sie bei jeder Übung etwa zwei bis vier Minuten in der Haltung und atmen Sie ruhig in Verbindung mit Ihrem Körper. Im Buch sind noch weitere Aufwärmübungen und Asanasvarianten der einzelnen Positionen dargestellt.

Drache

Yogaasanas

Trainingsprinzipien:
Faszienstreching, elastisches Federn

Diese Faszienketten werden angesprochen:
Oberflächliche Frontallinie, Tiefe Frontallinie

Übungsbeschreibung:
Aus dem Vierfüßlerstand bringen Sie das rechte Bein mit dem Fuß zwischen die Hände, bis das Knie über der Ferse liegt. Das linke Bein ist so weit hinten wie möglich, der Fußspann liegt auf dem Boden. Legen Sie die Hände auf dem Oberschenkel ab, wobei das Gewicht schwer in den Hüften wird. Die Hüfte strahlt dabei parallel nach vorne. Führen Sie die Haltung auf der anderen Seite durch.

Raupe

Yogaasanas

Trainingsprinzipien:
Faszienstreching, Passive Fasziendehnung

Diese Faszienketten werden angesprochen:
Oberflächliche Rückenlinie

Übungsbeschreibung:
Strecken Sie im Sitzen die Beine nach vorne aus und setzen Sie sich fest verwurzelt hin. Dazu können Sie das Gesäß etwas nach außen ziehen, um sich spürbar zu erden. Ziehen Sie sich in die Länge und lassen Sie den Oberkörper nach vorne sinken. Die Unterarme liegen sanft auf den Beinen oder werden am Boden abgelegt, die Füße sind entspannt.

Halbmond

Yogaasanas

Trainingsprinzipien:
Faszienstreching

Diese Faszienketten werden angesprochen:
Laterallinie

Übungsbeschreibung:
Kommen Sie in Rückenlage. Bringen Sie am Boden die Arme und Beine so eng wie möglich zusammen. Bringen Sie das rechte Bein zum linken Bein und die linke Hand zur rechten Hand, während das Becken fest am Boden liegt. Nun ist Ihr Körper wie eine Mondsichel ausgerichtet. Führen Sie die Haltung auf der anderen Seite durch.

Vorbeuge

Vorbeuge

Trainingsprinzipien:
Faszienstreching, elastisches Federn

Diese Faszienketten werden angesprochen:
Oberflächliche Rückenlinie

Stehen Sie parallel und hüftbreit auf der Matte. Bringen Sie die Arme mit der Einatmung weit über die Seite nach oben in die Streckung und beugen Sie aus dieser Position den Rumpf bei der Ausatmung. Die Fingerspitzen berühren den Boden oder sind in diese Richtung ausgerichtet.

Herabschauender Hund

Yogaasanas

Trainingsprinzipien:
Faszienstreching, elastisches Federn, Körperwahrnehmung, Katapulteffekt

Diese Faszienketten werden angesprochen:
Oberflächliche Rückenlinie

Übungsbeschreibung:
Aus dem Vierfüßlerstand schieben Sie mit aufgestellten Füßen das Gesäß nach oben, bis der Rücken in Verlängerung der Arme lang ist und der Blick zum Nabel geht. Die Beine sind gestreckt und die Sitzbeinhöcker strahlen diagonal zur Decke. Die Hände sind schulterbreit am Boden verankert und aufgefächert.

Faszien

Hier können Sie das Buch bestellen:
Faszien-Yoga: Dehnen, entspannen, vitalisieren: Mit Yin- und Power-Yoga von Tasja Walther und Johanna Piglas, erschienen beim Trias Verlag, 19,99 Euro. Der Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar kostenlos überlassen.

Copyright: © Holger Münch, TRIAS Verlag