Sie tun nicht weh und sind kaum bemerkbar, können aber Ursachen für viele Erkrankungen sein. Wie stille Entzündungen entdeckt und verhindert werden können, erfahren Sie hier.

Fast jeder kennt eine entzündende Wunde, die akute Blasenentzündung, gerötete Haut oder angeschwollene Gelenke. Das sind typische und sichtbare Entzündungen. Jedoch gibt es auch stille Entzündungsherde im Körper, die nicht von Außen erkennbar sind.

Sind freie Radikale schuld an stillen Entzündungen?

Der Körper ist Viren und Bakterien, Umweltschäden, Stressfaktoren, Gifte und entzündungsförderliche Stoffe aus unserer Ernährung ausgesetzt. Damit diese möglichen Faktoren uns nicht schädigen, haben unsere Abwehrsysteme die Aufgaben, uns davor zu schützen. Da diese Abwehrsysteme ständig im Einsatz sind, sollten sie auch reibungslos funktionieren. Doch durch das natürliche Altern und ein zu viel an schädlichen Einflussfaktoren, kann das Immunsystem in einen schwachen Zustand geraten. So sind wir anfälliger für Entzündungen.

Zudem setzen die aktiven Killerzellen freie Radikale frei, welche die Eindringlinge bekämpfen aber auch unsere Zelle schädigen können. Ist der Körper länger diesen freien Radikalen ausgesetzt, entstehen stille Entzündungen. Diese können Gewebe, Blutgefäße und das Herz schädigen. So steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Auch können die Zellen insulinresistent werden und kann Diabetes Type 2 entstehen.

Wie erkenne ich eine stille Entzündung?

Diese stillen Entzündungen können unbemerkt und plötzlich auftreten treten. Ist der Körper andauern in einer Abwehrhaltung kämpft er quasi gegen sich selber und raubt sich ungemein viel Energie. Schlummert in uns eine stille Entzündung, kann sich das durch Schlappheit, chronische Müdigkeit, Energielosigkeit, Erschöpfung und Infektanfälligkeit bemerkbar machen. Auch eine erhöhte Reizbarkeit, eine niedrige Stressschwelle, ein erhöhter Blutdruck oder schwankende Blutzuckerspiegel sind Kennzeichen, dass etwas im Körper nicht stimmt. Hören wir nicht auf unseren Körper und ignorieren wir diese Anzeichen, kann das zu schlimmeren Folgeerkrankungen führen.

Meist erst wenn es weh tut, merken wir dass etwas in unserem Inneren nicht stimmt. Auch viele Erkrankungen haben eine Entzündung als Ursache oder lassen diese entstehen. Eine stille Entzündung ist auf dem ersten Blick nicht erkennbar, sie können mit einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Dabei wird das C-reaktive Protein im Blut als Maker gecheckt. Ist es zu hoch, kann das auf eine stille Entzündung hindeuten.

Was können die Ursachen für eine stille Entzündung sein?

Durch eine falsche Ernährung und einem ungesunden Lebensstil können sich kleine Entzündungen unbemerkt im Körper breit machen. So sind Stress, Schlafmangel und schlechte Stimmung ebenfalls entzündungsförderlich.

Die Ernährung ist dabei ein großer Faktor für stille Entzündungen. Es gibt zahlreiche Lebensmittel, wie rotes Fleisch (insbesondere Schweinfleisch), stark verarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte, Fleisch- und Wurstwaren, die entzündungsförderliche Inhaltsstoffe enthalten. Diese Produkte sollten Sie meiden und höchstens nur in kleinen Mengen essen, insbesondere wenn Sie schon unter einer Entzündung leiden. Auch sogenannte Transfette, die sich in Frittierten, Fertiggerichten, Fastfood, Croissants oder Chips befinden, können Entzündungen verursachen.

Ist Zucker Gift für die Zellen?

Zudem tragen Kohlenhydrate, wie raffinierter Zucker, Brot, Nudeln und Weißmehlprodukte zur Entstehung von entzündungsfördernden Botenstoffen bei, wenn sie nicht durch Bewegung verbrannt werden. Werden Sie nicht verbraucht, wandelt der Körper die Kohlenhydrate in Fett um und speichert diese in unseren Fettzellen ab. Das ist ein Risiko für Übergewicht und erhöhtes Bauchfett. Übergewicht und ein erhöhtes Bauchfett wirken sich negativ auf unsere Gesundheit, da das Fett in unserer Körpermitte ständig Hormone produziert und so Entzündungen befeuert.

Reduzieren Sie aus diesem Grund die Zucker- und Kohlenhydratmenge und bevorzugen Sie Vollkornprodukte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nicht mehr als 25 Gramm zugesetzten Zucker am Tag zu essen. Diese Menge entspricht etwa sechs Teelöffeln Zucker täglich.

Auch ein erhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel sowie Nikotin können zu Entzündungen führen und unser Immunsystem schwächen.

Wie kann ich stille Entzündungen verhindern?

Mit einem fitten Immunsystem können Sie eine Entzündung vorbeugen. Eine gesunde Ernährung unterstützt die Gesunderhaltung und bringt die körpereigenen Abwehrkräfte auf Trab. Neben weniger Stress, einen guten Schlaf, ausreichend Bewegung und Sonnenlicht bringt eine vitalstoffreiche Kost die Abwehrfunktion in die Gänge. Dadurch kann eine wiederkehrende Entzündung verhindert werden.

Eine nachhaltige Ernährungsumstellung kann Bauchfett reduzieren und Übergewicht verringern. So wird die Produktion von entzündungsförderlichen Botenstoffen in unserem Körper gehemmt. Das funktioniert mit einer gesunden kalorienreduzierter Ernährung, ausreichend Aktivität sowie einer Stressreduktion. Besonders Sport und Bewegung kann das Immunsystem stärken und hat einen verjüngenden Effekt.

Wirkt eine pflanzliche Ernährung bei Entzündungen?

Achten Sie bei der Lebensmittelauswahl auf verschiedene Aspekte und essen Sie täglich antientzündlich. Mit einem gesunden, ausgewogenen, vorwiegend pflanzlichem Essverhalten, können wir entzündliche Prozesse verhindern und unsere Zellen schützen. Diese sollte aus frischem Gemüse, zuckerarmen Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, guten Ölen, Gewürzen, Kräutern, fettem Fisch und Vollkornprodukten bestehen. Wichtig ist dabei auch das Immunsystem zu stärken, da unsere Abwehrkräfte tatkräftig gegen Entzündungen kämpfen und diese unschädlich machen. So ist eine gesunde Darmflora von Vorteil und entsprechend auch probiotische und ballaststoffreiche Lebensmittel förderlich, um das Immunsystem zu aktivieren und Entzündungen zu hemmen.

Bunte Gemüse-Bowl mit Feta
Eine bunte Gemüse-Bowl liefert alles was gegen stille Entzündungen hilft

Helfen gesunde Fette gegen stille Entzündungen?

Achten Sie bei der Lebensmittelauswahl auf verschiedene Aspekte und essen Sie täglich antientzündlich wirkende Produkte. Setzen Sie deswegen auf gesunde Fette mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Essen Sie viel fettreichen Fisch, Nüsse, Leinsamen und pflanzliche Öle (Leinöl, Rapsöl, Olivenöl). Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren hemmen nachweislich entzündliche Prozesse im Körper und stärken das Immunsystem.

Scharfstoffe und ätherische Öle lindern Entzündungen

Die Scharfstoffe aus Ingwer, Chilischoten, Kresse, Radieschen, Rettich, Meerrettich und Senf töten Bakterien ab und regen die Verdauung an. Die in Rettich, Senf, Kresse, Pastinaken, Broccoli, Kohl und Meerrettich enthaltenen Senfölglykoside punkten mit einer entzündungsvorbeugenden Wirkung. Besonders die ätherischen Öle, die Gingerole des Ingwers, lindern akuten und chronischen Entzündungen, reduzieren Schmerzen und mindern Verdauungsprobleme. Die gelbe Knolle Kurkuma besitzt ein würziges, leicht scharfes bittriges Aroma und kann durch das Curcumin entzündungshemmend und zellschützend Effekte glänzen. Außerdem sind Knoblauch und Zwiebeln durch die Schwefelverbindung Allicin wahrliche Keimkiller und Entzündungshemmer.

Antioxidantien schützen unsere Zellen

In Gemüse und Obst stecken jede Menge Antioxidantien: Sie können freie Radikale im Körper neutralisieren und so oxidativen Stress verringern. Das ist gut so, denn dieser Stress fördert Entzündungen und schädigt unsere Zellen. Reich an den Zellschützern sind zum Beispiel Beeren, Äpfel, Süßkartoffeln und Rote Bete sowie grünes Gemüse wie Grünkohl, Petersilie, Pak Choi, Posteleien, Broccoli oder Staudensellerie. Zudem haben auch Kaffee, Kakao, grüner Tee und Traubensaft oder Rotwein Vorteile für unsere Zellen und das Immunsystem. Diese Getränke strotzen voller sekundärer Pflanzenstoffe die als Antioxidantien das Herz schützen und Entzündungserkrankungen verringern.

So können Sie die Ernährung umstellen, um stille Entzündungen auszubremsen:

  • Essen Sie vorwiegend pflanzlich, bestehend aus frischem Gemüse, zuckerarmen Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, guten Ölen, Gewürzen, Kräutern, fettem Fisch und Vollkornprodukten.
  • Schon drei Handvoll buntes Gemüse und zwei Handvoll zuckerarmes Obst reichern den Speiseplan mit einem gesunden Vitalstoff-Mix an.
  • Würzen Sie täglich mit scharfen Gewürzen, Kurkuma, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und Kräutern.
  • Essenzielle Fettsäuren über den Tag verteilt, so geht’s: Essen Sie am Morgen Leinsamen und Leinöl im Porridge mit frischem Obst oder Mandelmus auf dem Vollkornbrot, Walnusskerne oder Oliven als Snack für zwischendurch sowie am Abend Gemüsenudeln mit Lachs mit einem Topping aus Kürbiskernen.
  • Bleiben Sie normalgewichtig und gönnen Sie sich zwischendurch Fastenpausen mit Intervallfasten.