Gurken in Folie, Käse in Kunsstoffverpackungen, Müsli in Plastiktüten. Plastik gibt es überall und insbesondere im Supermarkt kommen wir um diese Verpackungen nicht Drumherum. Es macht uns das Leben einfacher, Lebensmittel sind hygienischer verpackt, können im Supermarkt gut präsentiert werden und sind besser transportierbar. Doch einmal gekauft, wird das schnell zu Müll. Viel zu viel Müll. Da muss sich etwas ändern! Doch ganz leben ohne Plastik ist gar nicht so einfach. Aber schon kleine Dinge können etwas gegen die Plastikflut tun und den Müll verringern.

Seit einiger Zeit habe ich angefangen den Verbrauch von Plastik in meinem Haushalt zu reduzieren. Gestartet habe ich im Badezimmer. Das lief ganz hervorragend und ich konnte Duschgel, Shampooflaschen, Zahnbürsten und andere Kosmetikutensilien mit plastikfreien Alternativen austauschen. Lesen Sie was ich im Badezimmer umgestellt habe.

Doch die Küche ist für mich eine größere Herausforderung. Das soll sich dringend ändern, denn jährlich produzieren wir bis zu 240 Millionen Tonnen Plastik. Neben den vielen Kosmetikprodukten mit Mikroplastikteile, wird kaum etwas nicht in Plastik eingepackt und in der Küche landen täglich Verpackungen in den Müll. Ein großer Teil geht entweder in Müllverbrennungsanlagen, wo giftige Gase in die Luft gepustet werden. Oder es gelangen über das Abwasser, die Schifffahrt oder über Flüssen und den Strand Plastik ins Meer. Laut dem WWF Deutschland schwimmen heute schon bis zu 46.000 Teile Plastik im Meerwasser. Die Folge ist, dass Fische, Meerestiere und Vögel die Teile fressen, sterben oder kleinste Teile durch den Fischverzehr oder durch das Wasser wieder in den menschlichen Organismus gelangen. Durch das Zerkleinern oder das Brüchig werden der Plastikteile werden Giftstoffe an die Umgebung abgegeben. Diese können krebserregend sein und den Hormonhaushalt der Lebewesen beeinflussen. Um diesen Ballast für unsere Erde zu verringern, kann jeder etwas tun. Ich habe angefangen beim Einkaufen darauf zu achten, dass weniger Plastikverpackungen, Plastiktüten und Wegwerfartikel in den Einkaufswagen landen. Was ich genau verändert habe folgt nun im nächsten Abschnitt.

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Leben ohne Plastik – Schritt für Schritt

Nachdem ich die Küche ausgemistet und von sinnlosem Ballast befreit habe, ging ich mit der Umstellung zu weniger Müll und Plastik in der Küche einige Schritte:

Schritt 1: Ohne meinen Leinenbeutel gehe ich nicht mehr aus dem Haus. Das gehört zum Einkaufen einfach dazu. Zudem benutze ich Stoffbeutel für loses Gemüse und Brötchen.

Schritt 2: Trinken ist lebensnotwenig! Die einfachste Möglichkeit, den Durst zu löschen ist Leitungswasser zu trinken. Hier in Deutschland ist das Wasser gut kontrolliert und absolut trinkbar. Zudem benutze ich für unterwegs eine Mehrweg-Trinkflasche und setze mich entspannt ins Café anstatt To-go-Becher zu verwenden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber die kann ich an einer Hand abzählen.

Schritt 3: Ich koche meist frisch mit Grundnahrungsmitteln. Diese kommen häufig ganz ohne Verpackungen aus und es entsteht weniger Müll. Beim Einkauf achte ich darauf wie es bzw. ob es verpackt ist. So landen lose Möhren, Nudeln aus dem Unverpacktladen oder Öl in Glasflaschen im Einkaufskorb.

Schritt 4: Einmal in der Woche gehe ich für gewisse Lebensmittel in den Unverpacktladen. Dort kaufe ich Linsen, Nüsse, Nudeln, Mehl, Getreide und Handspülmittel. Mit etwas Planung geht das ganz gut. Ich nehme mir vorher Gläser, Dosen und Beutel mit, damit ich Gefäße zum Abfüllen habe. Zur Not kann ich aber auch im Laden Gläser bekommen.

Schritt 5: Milch, Sahne und Joghurt kaufe ich gerne in Mehrweggläser und -flaschen und kann diese dann gegen Pfand zurückgeben. Regelmäßig gehe ich auch mit Dosen und Gläser zum Metzger und in den Käseladen, um frisches Fleisch und Käse einzukaufen. Bisher hatte ich da noch keine Probleme mit dieser Einkaufsvariante.

Schritt 6: Frischhalte- und Alufolie habe ich aus meiner Küche komplett verbannt. Gekochte Gerichte decke ich entweder mit Tellern ab oder sie kommen in verschließbare Dosen oder Gläser. Darüber hinaus sind wiederverwertbare Bienenwachstücher ganz praktisch und zum Frischhalten und verpacken super geeignet. Zudem haben bei mir Küchenpapier seit Jahren keinen Platz in der Küche.

Schritt 7: Jeder weiß was in konventionellen Putzmitteln und Reinigern alles an Chemie und Giften stecken kann. Aus Essig, Natron und Kernseife lässt es sich ganz leicht Reinigungsmittel herzustellen. Ich verwende ein Essigwasser zum Putzen und fülle mir Öko-Handspülmittel in eine Glasflasche im Unverpacktladen ab. Zudem trenne ich seit Jahren meinen Müll und benutze eine Bio-Tonne.

Welchen Schritt machen Sie als Erstes?
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