Ich stehe auf dem Brett und steche kraftvoll das Paddel ins Wasser. Langsam, fließend und ruhig gleitend bewegt sich das Board mit mir durch die Fluten. Stand up Paddeling ist ein toller neuer Sporttrend, der nicht nur Spaß macht sondern auch den ganzen Körper trainiert. ULoop Magazin hat es probiert und fragte Jana Hinz, vom SUB CLUB Hamburg, wie der Einstieg klappt.

Vor einigen Jahren haben wir die Stars, die sich stehend auf einem Surfboard fortbewegt haben, belächelt. Nun sehen wir immer mehr Menschen auf Flüssen, Seen und Küsten auf den Brettern beim Stand up Paddeling – abgekürzt SUP. Aber das ist nicht nur ein Trendsport sondern eine jahrelange Sportart die nun auch bei uns angekommen ist. Schon vor Tausenden von Jahren standen die Asiaten auf Bambusflöße und paddelten mit Stangen durch Gewässer. In unserer Zeit waren es meist Surfer auf Hawaii, die auf ihrem Surfbrett standen und bei wenig Wellen oder Wind trotzdem vorwärts kamen, um zu den Surfgebieten weitab vom Ufer zu gelangen. Später benutzten sie immer häufiger ein Paddel, woraus sich Stand up Paddeling entwickelt hat.

SUP trainiert den Körper und entspannt den Geist

Heute ist SUP eine eigenständige Sportart mit eigens dafür entwickelten Boards, Paddeln und anderem Zubehör. Wer sich regelmäßig auf ein Brett schwingt, kann von dem Ganzkörpertraining profitieren. Insbesondere der Rumpf-, Schulter- und Armbereich werden beansprucht. Aber auch die Bein-, Po- und Bauchmuskulatur werden durch den Wasserwiderstand beansprucht. Zudem werden der Gleichgewichtssinn und die Koordination geschult, da man auf einem wackligen Brett steht. Der Körper muss immer die Bewegungen des Brettes ausgleichen. Dadurch werden auch kleine Muskeln und die Faszien trainiert. So ist SUP ist ein optimales, ganzheitliches und gelenkschonendes Training! Neben dem Trainingseffekt hat SUP auch eine positive Wirkung auf den Geist. Bei Touren auf Seen, Kanäle, Meer oder Flüsse kann die Landschaft entdeckt und von der Wasserseite betrachtet werden. Das Wasser gibt Entspannung und baut Stress ab. Vorausgesetzt es wird ohne Leistungsdruck und Wettkampfgedanken trainiert.

Doch wie fange ich mit Stand up Paddeling? Wir haben Jana Hinz vom SUP CLUB Hamburg gefragt, wie man den Trend-Sport am besten startet:

ULoop Magazin Wie starte ich am besten mit SUP?

Um sich von Beginn an auf dem Stand up Paddeling Board wohl zu fühlen und die Bewegungen direkt richtig zu lernen, empfiehlt es sich an einer SUP Station in der Nähe einen Anfänger-Kurs zu belegen. Dieser dauert in der Regel 90 Minuten und gibt grundlegende Tipps und Tricks mit auf den Weg. Der Inhalt eines solchen Kurses umfasst eine Einweisung an Land, sodass Beginner sich mit dem Paddel und der korrekten Größeneinstellung ihres Paddels vertraut machen können. Zudem zeigt der Coach wie auf Knien gestartet werden kann und auf welche Art und Weise man von dort dann später in den Stand kommt. So gehen alle Einsteiger gut vorbereitet auf das Wasser und lernen die wichtigsten Paddelschläge. Wie bewege ich mich vorwärts, wie drehe ich mein Board und besonders wichtig: Wie halte ich an. Gerade auf einem Gewässer wie der Alster, auf der Schiffsverkehr herrscht ist es ratsam einen solchen Kurs zu belegen bevor man auf eigene Faust mit dem SUP Board unterwegs ist.

Kann Stand up Paddeling jeder machen?

Das ist wohl das interessanteste am Stand up Paddling – wirklich jeder kann dabei sein. Die unterschiedlichen Boards, die für das Stand up Paddling zur Verfügung stehen ermöglichen einen vielseitigen Sport, aber auch eine tolle Freizeitbeschäftigung für Jedermann. Schmale, sportlich geschnittene Raceboards ermöglichen ein sportliches Training auf dem SUP Board für alle Geschwindigkeitsfreunde. Kürzere Boards begeistern Wellenreiter auf der ganzen Welt und revolutionieren den Wassersport. Boards mit sogenanntem Softtop geben im Fitnessbereich die Möglichkeit auf ein Outdoortraining. Vor allem Yoga wird derzeit gerne auf dem SUP Board betrieben. Breite, sehr kippstabile Boards geben uns die Möglichkeit jeden Anfänger, auch mit hohem Körpergewicht, auf das Wasser zu bekommen. Oft ist dies die erste Erfahrung im Bereich Wassersport und zeigt vielen, dass auch sie Wassersport betreiben können – durch einen leichten Einstieg in das Thema. Wir erleben hier eine unheimlich mitreißende Dynamik. Dies ist auch der Grund, warum das Stand up Paddling häufig für Betriebsfeiern, Teambuilding-Maßnahmen oder Schulklassen gebucht wird. Es ist für jeden eine einmalige Erfahrung. Egal ob super sportlich oder eher ruhiger und vorsichtig. Alles ist erlaubt.

Tipp von ULoop Magazin: Sind Sie schwanger oder haben gesundheitliche Bedenken, dann fragen Sie vorher Ihren Arzt, ob dieser Sport für Sie unbedenklich ist.

Auf was sollte ich als Anfänger achten?

Du solltest als Anfänger darauf achten, dass du ein für dich passendes Board nutzt. Wenn das SUP Board gar nicht zu dem passt, wo du paddelst und was du damit machen möchtest, dann wirst du relativ schnell ein deprimierendes Erlebnis mit deinem Board haben und die Lust verlieren. Das Board sollte für dich, deine Größe und dein Gewässer passend sein. Lass dich hierzu in einem Fachgeschäft beraten.

Du solltest dich zudem über das Gewässer, in dem du paddeln möchtest, informieren. Ist es tief genug? Darfst du hier paddeln? Welche anderen Wassersportler gibt es hier und wie ist die Vorfahrt geregelt? Nicht überall dürfen wir mit den SUP Boards einfach so fahren.

Was für Voraussetzungen sollte man mitbringen und was benötige ich?

Du solltest Lust auf etwas Neues haben und damit rechnen, dass das Paddeln ab und zu auch einmal im kühlen Nass endet. Du solltest sicher schwimmen können, um bei einem Fall ins Wasser dein Paddel und dein Board möglichst schnell wieder zu erlangen. Wenn du dir eine eigene Grundausstattung zulegen möchtest, benötigst du für den Anfang ein passendes Board, ein Paddel und bequeme Kleidung in der du dich wohl fühlst.

Tipp von ULoop Magazin: Eine Flasche Wasser und eine wasserfeste Hülle für Handy und Geld sind empfehlenswert. Bei warmen Wetter schützen Sonnencreme die Haut und eine Kappe den Kopf vor zu viel Sonne, bei Kälte halten eine Neoprenanzug und Neoprenschuhe warm.

Bildquelle: Unsplash_Ishan Seefromthesky