Seit einigen Monaten beschäftige ich mich immer mehr mit den Themen Minimalismus und nachhaltigen Konsum. Loslassen, aufräumen und klarer werden, das ist das Ziel. Im neuen Jahr möchte ich noch mehr Platz in meinem Leben für Minimalismus schaffen und nicht nur die Wohnung sondern auch den Kopf und die Gedanken aufräumen. Sie wollen auch ausmisten und klarer ins neue Jahr starten? Dann habe ich für Sie meine Erfahrungen und Tipps hier zusammengestellt.

Schon im vorherigen Jahr habe ich damit angefangen aufzuräumen, auszumisten und mich von unnützen Dingen zu befreien. Ja Befreien, denn so fühlt es sich für mich an. Eine Last die von mir abfällt, wenn ich den Müll in die Tonnen werfe. Initiiert hat diesen Wandel und diese Veränderung mein Mann. Er fing an sein Büroinhalt zu reduzieren und seine CD-Sammlung zu verkleinern. Dies motivierte mich endlich auch etwas bei meinem Hab und Gut zu tun. Das war auch bitter nötig, den ich bin nicht die Ordentlichste. Ich begann mit dem Arbeitsbereich, der sich auszeichnet, dass ich viele Dinge hintereinander oder übereinander stelle. Überall wo Platz ist lege ich Bücher, Karten, Geschirr, Stifte, Pinsel, Kisten, Kassetten, Zeitschriften, Ordner, CDs oder Kabel ab – ganz ohne System. Nach meiner ersten Aufräumaktion fühlte ich mich leichter und konnte viel konzentrierter Arbeiten.

Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten

Danach war der Kleiderschrank an der Reihe. Den hatte ich schon einmal vor einem Jahr ausgemistet und durchgearbeitet. Da hatte ich sechs Monate eine Shopping-Diät gemacht und nichts an Kleidung gekauft. Dadurch wandelte sich mein Einkaufsverhalten und ich kaufte fast nur noch nachhaltig und ökologisch produzierte Kleidungsstücke. Aber auch hier konsumierte ich oft Dinge, die ich entweder kaum anziehe oder gar nicht wirklich benötige. Nun sortierte ich wieder Kleidung aus, die ich überhaupt nicht mehr trage oder aus der Form geraden ist. Ein Teil ging in die Kleiderspende und ein andere Teil in einen Laden für Bedürftige.

Das Bad ausrämen fiel ganz leicht

Das Gleiche galt für das Badezimmer, das auch voller Flaschen, Tiegel und Kosmetikutensilien stand. Nicht mal ein Viertel davon war regelmäßig in Benutzung. Hier habe ich radikal ausgemistet und die geleerten Shampoo- und Duschgelflaschen aus Plastik durch festes Shampoo und Seife ausgetauscht. Einmal in der Woche wasche ich mein Haar mit Roggenmehl. Das kleine Bad sieht viel leerer und offener aus. Hier können Sie meine Schritte zu weniger Plastik im Badezimmer verfolgen.

Eine Herausforderung – die Küche ausmisten

Der nächste Schritt war die Küche – was für mich die größte Hürde war, da hier so viel Kram in den Schränken und Schubladen steckte. Meine Küche ist zwar klein, aber besitzt jede Menge Stauraum. Da war es einfach den Brotbackautomat, die Schüsseln, die alten Teller und Tassen oder den Entsafter aus dem Blickfeld zu nehmen. Die Schränke waren vollgestopft und schrien förmlich nach Entlastung. Nun habe ich fast alle Schränke ausgeräumt ud ausgemistet und auch den Einkauf ich plastikfreier gestaltet. Aber das Projekt wird mich noch eine Weile begleiten. Das ist der erste Schritt zu mehr Minimalismus in meinem Leben.

Ordnung ist das halbe Leben!

Was heißt für mich Minimalismus?

  • loslassen
  • leichter leben
  • weniger Stress
  • glücklicher sein
  • mehr Klarheit und Konzentration
  • mehr Wohlbefinden
  • Ruhe und Entspannung
  • weniger Kosten

Was folgt aus dem Minimalismus?

  • nachhaltiger leben
  • weniger Müll und Plastik produzieren
  • nur das kaufen, was ich wirklich benötige
  • Geld sparen und für sinnvolle Sachen ausgeben
  • mehr Zeit für Wichtigeres haben
  • schneller putzen und aufräumen
  • ich tue etwas Gutes für meine Gesundheit und der Umwelt – verwende keine chemischen Kosmetika, vermeide Plastikmüll und weniger Fertigprodukte

Weniger ist mehr

Doch Minimalismus ist viel mehr als nur das Aufräumen. Minimalistisch leben heißt: sich auf das Wesentliche zu beschränken und zu konzentieren. Dabei muss man nicht gleich zum Extremisten und Einsiedler werden. Schon kleine Änderungen machen das Leben einfacher, leichter und glücklicher. Es ist ein bewusster sowie nachhaltiger Lebensstil und umfasst neben der Ordnung in der Wohnung, auch Ordnung im Leben. Für mich gehören eine regelmäßige und gesunde Ernährung genauso wie ausreichende Bewegung und Entspannung dazu. Mit einer für mich entwickelten Morgenroutine starte ich in den Tag. Auch weniger Fernsehen und surfen im Internet, mehr soziale Kontakte und eigene Hobbys sind dabei wichtig.

Wie fangen Sie an?

  • Fangen Sie da an, wo es am Leichtesten fällt: Ich würde zu erst überlegen, welcher Bereich Ihnen am meisten nervt und da starten. Das motiviert zum Weitermachen. Beginnen Sie mit den Dingen die Sie am Leichtesten wegschmeißen können und überhaupt nicht mehr benötigen.
  • Schritt für Schritt: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt vor. Dann verlieren Sie nicht so schnell die Lust am Aufräumen. Wenn Sie sehen was Sie geschafft haben, motiviert Sie das für den nächsten Schritt.
  • Ein Plan gibt die Richtung vor: Machen Sie sich ein Plan mit welchem Zimmer, Schrank oder mit welcher Ecke Sie beginnen und welche Sie danach angehen möchten. Eine Liste zum Abhaken, zeigt was Sie schon geschafft haben.
  • Macht mich das happy? Die Japanerin Marie Kondo empfiehlt, als Aufräumberühmtheit mit der KonMari-Methode, alle Dinge in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob ich das wirklich noch brauche und ob es mich glücklich macht und Freude bereitet. So fällt das Loslassen leichter. Sie verbindet in Ihren Bestsellern ein ordentliches Zuhause mit der inneren Ordnung und dem Weg zum Glücklichsein.
  • Eine Freude machen: Verschenken oder verkaufen Sie die ausgemisteten Sachen. Vielleicht hat jemand noch Freude daran oder kann es gut gebrauchen.
  • Die Suche hat ein Ende: Geben Sie allen Dingen in Ihren vier Wänden oder im Büro einen eignen Platz. Räumen Sie am besten gleich die Dinge, die Sie gerade nicht mehr brauchen an diesen Platz zurück. So ist alles schnell wieder aufgeräumt und Sie müssen nicht mehr danach suchen.
  • Und was kommt danach? Das was Sie bis jetzt geschafft haben, soll so bleiben. Überlegen Sie sich, wie Sie zukünftig konsumieren und leben möchten. Behalten Sie die Ordnung in Ihren Schränken bei, denken bei jedem Einkauf nach, ob Sie das wirklich benötigen und kaufen Sie nur Dinge die Sinn und glücklich machen. Ist etwas kaputt, kann es vielleicht erst einmal repariert werden. Kleidung kann zum Schneider und Schuhe zum Schuster gebracht werden. Auch Tauschbörsen oder Secondhand-Shops sind gute Möglichkeiten, um noch gut erhaltene Sachen an den Mann oder an die Frau zu bringen.

Was können Sie noch tun?

  • Frisch Kochen: Wer seine Lebensmittel selber einkauft und damit seine Speisen kocht, weiß was in der Mahlzeit steckt und bekommt ein besseres Bewusstsein für die eigene Nahrung. Wählen Sie saisonale und regionale Produkte, am besten in Bio-Qualität, und bereiten Sie Ihre Mahlzeiten mit Grundnahrungsmittel zu. Das schont die Umwelt, unterstützt Ihre Gesundheit und bringt einen besseren Geschmack.
  • Natur pur: Genießen Sie den Wald, die Berge oder das Meer. Die Natur gibt uns eine neue Perspektive und beruhigt die Seele. Besonders in einem natürlichen Umfeld prasseln weniger Eindrücke auf uns und unser Gehirn kann sich entspannen.
  • Digital Detox: Schalte Sie mal die Geräte ab und legen Sie das Smartphone aus der Hand.  Lesen Sie ein Buch statt in den Fernseher zu schauen. Unterhalten Sie sich mit Freunden in einem Café statt über Facebook zu schreiben. Oder gehen Sie in eine Ausstellung statt auf Instagram zu klicken.
  • Entspannung: Finden Sie regelmäßig Ruhe und Zeit für sich – am besten mit Meditation oder Atemübungen – täglich 10 Minuten wären sinnvoll.
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