Superfoods sind Lebensmittel mit besonders vielen Vitalstoffen. Diese enthalten eine hohe Anzahl an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Mineral-, Ballast- oder sekundären Pflanzenstoffen. Sie sollen positive „Superkräfte“ haben, wie die Zellen schützen, Entzündungen hemmen oder uns schöner machen. Doch was ist wirklich an diesem Hype dran? Erfahren Sie mehr über die Kräfte der Superfoods!

Der Begriff „Superfood“ ist durch die Medien entstanden und zu einem Modewort geworden. Gerne werden bestimmte Produkte gehypt und für viel Geld angeboten. Jedoch gibt es eine fachliche Definition des Begriffs nicht. Obwohl wissenschaftliche Studien oft positive gesundheitliche Wirkungen ergeben, lassen sich die Resultate nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen. Obwohl sich bei wissenschaftlichen Studien von verschiedenen „Superfoods“ oft positive gesundheitliche Wirkungen ergeben, lassen sich die Resultate nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen. Es gibt einige Studien, die die positive Wirkung beweisen z. B. bei Granatäpfeln, Heidelbeeren oder Kakao. Schwierig ist es aber das auf die tägliche Ernährung umzusetzen, da in den Studien tendenziell sehr große Mengen an Nährstoffen verwendet werden. Im Kontext einer normalen Ernährungsweise werden diese in der Regel nicht erreicht. Hinzu kommt, dass die physiologische Wirkung von vielen dieser Nahrungsmittel meist nur für einen kurzen Zeitraum vorhält. Das heißt, wir müssten diese Produkte sehr häufig verzehren, damit ihr gesundheitlicher Nutzen spürbar wird.

Wie ist die positive Wirkung eines Superfoods messbar?

Für die antioxidative Wirkung gibt es den sogenannten ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity). Er zeigt anhand des Wertes, wie stark die Fähigkeit eines Lebensmittels ist, freie Radikale (aggressive, zellschädigende Sauerstoffmoleküle) zu neutralisieren. Je höher diese Kapazität, desto besser wirkt das Superfood auf unsere Gesundheit. Lebensmittel mit einem hohen ORAC-Wert sind z. B. Kakao, Grünkohl, Broccoli und Beerenobst.

Inwiefern sind diese Superfoods „besser“ als unser herkömmliches Obst und Gemüse?

Superfoods, so wie sie angepriesen werden, sind nicht immer besser. Gojibeeren, Matchatee oder Acaipulver kommen aus exotischen Ländern, haben einen weiten Transportweg, sind sehr teuer und können häufig stark mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet sein. In unserer Heimat gibt es auch zahlreiche Produkte mit Superfood-Kräften die hier wachsen, die es überall zu kaufen gibt und nicht viel kosten: Greifen Sie verstärkt zu Heidelbeeren, Broccoli, Grünkohl, Haferflocken, Leinsamen, Äpfel, Pflaumen, Beeren, Nüsse, Hirse oder Feldsalat. Zudem ist es am besten, wenn diese Lebensmittel Saison haben und aus der regionalen Umgebung kommen.

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Superfoods in der alltäglichen Ernährung

Schön wäre es, aber Ernährungsfehler können nicht einfach mit ein paar Superfoods ausbügelt werden. Auch wenn die Pommes frites mit einem Weizengraspesto oder die Salami-Pizza mit Gojibeeren schmecken,  ist für die Gesundheit nicht viel getan.  Die alltägliche Ernährung sollte ausgewogen und vielfältig sein, ganz ohne Verbote und mit einem achtsamen und bewussten Essverhalten. Stimmt die Basis können Sie sich auch mal etwas Süßes, Fettiges oder Kalorienreiches gönnen. Superfoods können als Ergänzung die positive Wirkung einer ausgewogenen Ernährung unterstützen.

So sieht mein Superfood-Tag aus:

  • Am Morgen gebe ich in meinen Haferbrei 1 TL Leinsamen und frisches Obst.
  • Am Mittag streue ich über meinen Salat Walnüsse oder Kürbiskerne.
  • Zwischendurch gibt ab und zu ein Smoothie mit Feldsalat, ein paar Nüsse oder ein Quark mit Beerenobst.
  • Am Abend koche ich mir gerne ein Curry mit Tofu, Cashewkernen, Broccoli und Hirse.
  • Gerne trinke ich zwischendurch Wasser, Kaffee, Kräutertee oder grünen Tee.

Iris Lange-Fricke im Interview mit Sat 1 zum Thema Superfoods:

Bildquelle: Misha Vetter, www.mishavetter.de

Video: Sat.1 Regional